Protest für die Verschwundenen

Mit einem Protestmarsch durch die Rocinha erinnern Familie und Freunde an Allerseelen an das Schicksal des von Polizisten zu Tode gefolterten Amarildo. Sie tragen eine “Leiche” mit einem Foto von Amarildo als Kopf durch Favela – sein Körper wurde immer noch nicht aufgefunden.

Amarildo

Seit dem Verschwinden von Amarildo ist das Schicksal der tausenden Verschwundenen – Opfer von Polizeigewalt, Drogenbanden oder sonstigen Verbrechen – in Brasilien stärker in die Öffentlichkeit gerückt. Gerade in Favelas hatten die Angehörigen in der Vergangenheit keine Macht und Mittel die Polizei zu Ermittlungen zu zwingen oder Polizisten zur Rechenschaft ziehen zu lassen, die in Fälle von Folter oder Verschwinden von Menschen verwickelt waren. Viele Verschwundene aus Favelas wurden auch kriminalisiert, ohne dass ein Bezug zu Drogenbanden nachgewiesen werden konnte.

Schätzungen von Favelabewohnern zufolge sollen allein in der Rocinha in den vergangenen 20 Jahren etwa 200 Menschen verschwunden sein.

 

 

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