Olympia-Auftakt: BuzzingCities Lab bei Tagesschau24 über die Lage in Favelas

Während heute in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele eröffnet werden, werfen Korruption und massive Militarisierung einen Schatten auf das Megaevent – und Rios Favelas kämpfen mit Gewalt. Die Unzufriedenheit bei vielen Brasilianern ist groß, zahlreiche Proteste sind für heute angekündigt.

Julia kommentiert im Live-Interview mit Tagesschau24 die Situation in Rios Favelas und die Sicherheitslage nach den Terrordrohungen.

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Die Zukunft von Rio: BuzzingCities Lab beim Fórum de Sustentabilidade do Rio

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BuzzingCities Lab-Team mit Eduarda La Roque, Gründern des Pacto do Rio und Präsidentin von Cariocas em Ação (Foto: BuzzingCities)

Chancen für die junge Generation, Favela-Entwicklung, die Reinigung der Guanabara-Bucht, digitaler Wandel und neue Wirtschaftsmodelle: Beim Forum für Nachhaltigkeit in der Associação Comercial do Rio (ACRio) diskutieren Wirtschaftsvertreter, Bürger und Aktivisten aus Rios Favelas und Experten Strategien für die Zukunft der Stadt – und Herausforderungen, die nur gemeinsam zu lösen sind.

Dialog für die Stadt (Foto: BuzzingCities)

Dialog für die Stadt (Foto: BuzzingCities)

„Die Favela ist auch ein Raum von Widerstand, des Kampf um die Stadt, um Rechte,“ so André Lima, Favela-Aktivist und Researcher. Es sei wichtig, dass ein Dialog entstünde zwischen den verschiedenen Organisationen und Initiativen, innerhalb und außerhalb der Favelas. „Wir haben ein gemeinsames Ziel: Die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklung der Favelas.“

Favela als Folge von Staatsversagen

„Ich bin es müde, immer die Favelas zu zeigen, die Barracken“, so Rumba Gabriel, Bewohner der Favela Jacarezinho. Die Favelas seien Ausdruck politischen Versagens, die Versprechen auf Bildung und Aufstieg seien nie eingelöst worden. Dieses Lebensmodell, das den Favelabewohnern, den Schwarzen und Benachteiligten aufgezwungen wurde, hat sich nicht geändert“, so Gabriel. Langsam hätten sich in den Favelas Interessensgemeinschaften und Vertretungen organsiert – „Denn die Favela ist kein Ort zum Leben.“ Es brauche aber eine wirklich unabhängige, autonome Verwaltung und politische Beteiligung der Favelabewohner.

„Wir sind bisher nur Marionetten, für die, die uns nicht repräsentieren“, so Rumba. Von Drogengangs bis zu Stadtbeamten und Polizei: Bisher würden Stellvertreter, „falsche Führer“, über die Favelas entscheiden, die nicht demokratisch gewählt worden seien. Continue reading