BuzzingCities Lab beim “Kino und Menschenrechte”-Festival in Resende

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Geraubte Kinder während der Argentinischen Militärdiktatur, Graffiti (pichações) als Protest, Gewalt in Rios Favelas: Beim 10. Kino und Menschenrechte-Festival (Mostra Cinema e Direitos Humanos no Mundo) in Resende haben Dokumentarfilmer, Künstler, Experten und Aktivisten internationale Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert und Projekte und Dokumentarfilme präsentiert.

Julia hat einen Talk über den Drogenkrieg in Rios Favelas gehalten, die brasilianische Sicherheitsstrategie, politische Herausforderungen – und wie die Digitalisierung Gewalt und andere Probleme transparenter machen kann.

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O Cineclube Quilombo dos Puris aborda, novamente, um debate atual e de muita importância em uma sociedade profundamente desigual: os direitos humanos. Integrando o Circuito Difusão da 10ª, o coletivo organizou uma programação que contará com a exibição de obras audiovisuais sobre a temática, debates e atividades culturais em um evento aberto a todo o público.

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Rio 2016: Zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Julia hat für das E + Z-Magazin ein Olympia-Wrapup geschrieben, das nun veröffentlicht wurde. Das aktuelle politische Chaos ist zwar noch nicht inklusive, der Artikel gibt aber einen Überblick über all das, was Rio de Janeiro sich vor den Megaevents Fußball-WM 2014 und Olympische Spiele 2016 vorgenommen hatte – und was davon übrig geblieben ist. Immerhin: “Auch wenn sich die Hoffnungen auf Frieden in den Favelas und fundamentalen Wandel durch die Megaevents nicht erfüllt haben, haben die Großereignisse den Blick der Stadt auf sich selbst verändert.”

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WHO rät Besuchern von Kontakt zur armen Bevölkerung ab

Ein Jahr nach der Entdeckung des ersten Zika-Falles in Brasilien ist die Zahl der betroffenen Personen enorm angestiegen. Allein in Rio werden die Zahlen auf 156,7 Fälle pro 100.000 Menschen geschätzt. Von Januar bis April 2016 wurden 37.392 Verdachtsfälle in Rio gemeldet.

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Nach starkem Regen in der Rocinha sammelt sich Müll und Abwasser an, ein Hord von Bakterien, der auch Mücken anzieht

Grund genug für die Weltgesundheitsorganisation WHO vor dem Kontakt oder der Nähe ärmerer Wohngegenden und Bevölkerungsgruppen zu warnen. Im Rahmen der Olympischen und Paralympischen Spiele im August und September 2016 werden viele internationale Gäste in der Stadt sein: Sportler, Journalisten und Besucher.

Die Besucher sollten Favelas meiden, so die WHO. Denn in den Armenvierteln sei die hygienische Situation oft kritisch. Stehendes Abwasser Mücken zieht Mücken an, das Risiko an Zika zu erkranken ist besonders hoch. Continue reading

Neuer Fahrradweg in Rio stürzt ein – mindestens zwei Tote

Ausblick über das Meer, eine Traumstrecke für Fahrradfahrer, neuer Stolz der Olympiastadt: Erst am 17. Januar 2016 war der neue Fahrradweg an der Avenida Niemeyer in Rio eröffnet worden. Den “schönsten Fahrradweg der Welt” hatte Bürgermeister Eduardo Paes die Strecke bei der Einweihung genannt, der die Stadtteile São Conrado und Leblon verbindet. Doch nun ist ein Teil des Fahrradweges eingestürzt – zwei Menschen sind gestorben, zwei weitere Vermisste werden derzeit noch gesucht.

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Zerstörter Radweg (Screenshot Facebook)

Ganze 50 Meter Strecke sind in die Tiefe gestürzt. Eine Katastrophe, deren Ursachen bisher noch unklar sind: Handelt es sich um Fehlplanungen, oder Materialfehler? Noch im Jahr 2014 hatten Bauarbeiter des Radweges demonstriert, weil sie sich unterbezahlt fühlten und ihre Arbeitskonditionen unzureichend seien.
Auch an einer anderen Stelle in São Conrado hatte starker Wellengang über Nacht den Weg zum Einsturz gebracht – die Abschnitte sind nun gesperrt.

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Die 3,9 Kilometer lange Fahrrad-Route war eines der Olympia-Bauprojekte gewesen, die sowohl von Bevölkerung als auch von Touristen gut angenommen wurden – die Stadtverwaltung hatte damit gerechnet, dass täglich 70.000 Personen die Strecke nutzen werden. Vor der Fertigstellung der Route mussten sich (die wenigen mutigen) Fahrradfahrer und Passanten in der steilen, kurvigen und unübersichtlichen Strecke auf den gefährlichen Straßenverkehr einlassen – doch die neue Alternative ist offenbar mindestens ebenso riskant.

re:publica 2015: City of the Future

Die re:publica ist den letzten Jahren zu einer der größten Digitalkonferenzen Europas herangewachsen, auch der Anteil der außer-europäischen Speaker, Gäste und Themen ist gestiegen. Perspektiven auf Digitalisierung, Tech-Business, Überwachung, aber auch Aspekte wie Stadtentwicklung sind endlich globaler geworden als zu Beginn der deutschen Digitalisierung, in der die re:publica noch das Klassentreffen der deutschen Blogger und Tech-Experten war.

Bei der re:publica 2015 vom 5. bis zum 7. Mai in Berlin haben internationale Netzaktivisten aktuelle Trends diskutiert, Bloggerinnen aus verschiedenen afrikanischen Ländern von ihren Erfahrungen erzählt, im Maker-Space haben sich Bastler aus Lateinamerika und Afrika ausgetauscht und Experten wie der Architekt Alfredo Brillembourg haben etwa in ihren Talks vermittelt, wie informelle Siedlungen und Communities sinnvoller in architektonische Planungen miteinbezogen werden können.

Wir haben bei der Subkonferenz “City of the Future” über die Situation in Rios Favelas nach der WM und vor Olympia und die Digitalisierung der Favelas gesprochen – und wie Social Media Gewalt sichtbarer macht, aber auch mehr Sicherheit gewährleisten kann.

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Vortrag bei der rp15

Vortrag bei der rp15

Die Favela filmt zurück (Screenshot rp15-Talk)

Die Favela filmt zurück (Screenshot rp15-Talk)

Spannend waren auch einige auf der Subkonferenz diskutierte Parallelen zu deutschen Hochhaussiedlungen wie dem Ihme-Zentrum in Hannover, die wie die Favelas mit ihrem schlechten Ruf kämpfen und gleichzeitig Labore für urbanen Wandel sind – und auch die Diskussionen, wie sich Erkennnisse aus Rios Favelas etwa auf politische Partizipation in Deutschland übertragen lassen könnten.

Olympia 2016: Verschmutztes Meer, dreckige Strände

Rio de Janeiro: Stadt der Strände (Foto: BuzzingCities)

Rio de Janeiro: Stadt der Strände (Foto: BuzzingCities)

Rio de Janeiro ist für Strände und das Meer berühmt, doch die Stadt kämpft mit Müll und Abflüssen, die das Wasser verschmutzen und das Meer vor Postkartenidyllmotiven in einen dreckigen Schrottplatz verwandeln.


Vor Olympia 2016 wollte die Regierung die Verschmutzung nachhaltig bekämpfen und die Wasserqualität um 80 Prozent verbessern – doch dieses Ziel ist wohl eine Illusion. In der Bucht von Guanabara, wo die olympischen Segel- und Windsurfingwettbewerbe stattfinden sollen, sammelt sich der Hausmüll von Rio de Janeiro an. Selbst an der Copacabana schwimmt immer wieder Plastik im Wasser, manchmal ziehen sich Schlierenteppiche über das Meer. Noch schlimmer sehen die abgelegeneren Gewässer im Norden aus, die schwarz gefärbt und dickflüssig sind. Abflüsse aus den mehr als 1000 Favelas fließen überall in Rio de Janeiro ungefiltert ins Grundwasser und direkt ins Meer.


“80 Prozent der Verschmutzungen zu reinigen? Das wird nicht geschehen”, gab Rios neuer Umweltsekretär Andre Correa nun gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Aber: Die Olympischen Spiele würde das nicht gefährden, weil Segler kein großes Risiko hätten, sich im Wasser der Guanabara-Bucht mit Infektionskrankheiten anzustecken. Statt um die Wasserqualität sorgte sich der Umweltsekretär um herumschwimmenden Müll, der den Segelkurs beeinträchtigen könnte – weil die sogenannten “Öko-Hürden”, die den Müll filtern sollen, nicht funktionieren.


Correa schätzt, dass die Stadt ein Budget von etwa 3,8 Milliarden Dollar bräuchte, um das gesamte Stadtgebiet mit einem Abwassersystem auszustatten. Millionen sind allerdings bisher auch schon in die Pläne geflossen, das Meer zu reinigen – bisher ohne Resultat.