Machtmissbrauch in Rio: Polizisten schüchtern filmenden Passanten ein

Ein Passant filmt den Polizeieinsatz nach einem Banküberfall in Rio de Janeiro. Ein Polizist, der das Handy sieht, schüchtert den Filmenden mit einer dreisten Lüge ein.

“Kennst du nicht das neue Gesetz? Wir dürfen die Handys von Filmenden als Beweismaterial mitnehmen.”

Der Passant kontert daraufhin: “Dieses Gesetz gibt es nicht” und filmt weiter. Ein anderer Polizist kommt hinzu und bestärkt die Aussage seines Kollegen mit dem Ziel, den Filmenden einzuschüchtern und das Handy zu erhalten. Der zweite Polizist behauptet, die Polizei dürfe das Handy sechs Monate lang behalten. Doch der Augenzeuge lässt sich nicht irritieren und macht das Video später publik.

Gefilmter Polizist (Screenshot G1)

Gefilmter Polizist (Screenshot G1)

Die Vereinigung der Anwälte Brasiliens sagt, dass jedoch nur die Zivilpolizei (Anmerkung: die Polizei, die in Brasilien nach einem Vorfall die Untersuchungen übernimmt) entscheiden kann, was zu den Beweismitteln zählt und was nicht. Ein Militärpolizist hat nicht das Recht dazu, Menschen am Filmen von öffentlichen Bereichen zu hindern.

Beispiel Olympia 2016

Doch immer wieder versuchen Polizisten ohne rechtliche Grundlage Smartphones zu beschlagnahmen oder Filmende zu zwingen, Aufnahmen zu löschen.

Als wir im Sommer 2016 eine große Gruppe Polizisten mit dem Handy fotografieren, wie sie anstatt zu arbeiten, als gesamte Truppe eine Zeitlang in einer Fastfoodfiliale sitzt und an den Handys spielt, kommen erst zwei, dann immer mehr Polizisten auf uns zu und befehlen uns das Handy herauszugeben und die Bilder zu löschen.

Als wir uns darauf nicht einlassen wird der Ton härter, sie umkreisen uns, hindern uns am Gehen. Nachdem wir uns durch die Gruppe drängen, entkommen wir der Situation.

Immer wieder wurde die Polizei in Rio kritisiert, dass sie einen Großteil ihrer Zeit an ihren Handys “verspielen” würden, anstatt tatsächlich ihren Dienst zu erfüllen.

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BuzzingCities Lab beim “Kino und Menschenrechte”-Festival in Resende

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Geraubte Kinder während der Argentinischen Militärdiktatur, Graffiti (pichações) als Protest, Gewalt in Rios Favelas: Beim 10. Kino und Menschenrechte-Festival (Mostra Cinema e Direitos Humanos no Mundo) in Resende haben Dokumentarfilmer, Künstler, Experten und Aktivisten internationale Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert und Projekte und Dokumentarfilme präsentiert.

Julia hat einen Talk über den Drogenkrieg in Rios Favelas gehalten, die brasilianische Sicherheitsstrategie, politische Herausforderungen – und wie die Digitalisierung Gewalt und andere Probleme transparenter machen kann.

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O Cineclube Quilombo dos Puris aborda, novamente, um debate atual e de muita importância em uma sociedade profundamente desigual: os direitos humanos. Integrando o Circuito Difusão da 10ª, o coletivo organizou uma programação que contará com a exibição de obras audiovisuais sobre a temática, debates e atividades culturais em um evento aberto a todo o público.