Gourmets in der Favela

Die brasilianischen Medien haben inzwischen auch verstanden, dass es in Rios Favelas mehr zu entdecken gibt als Armut, Dreck und Drogenkrieg und es somit auf einmal gute Gründe gibt, “den Berg hochzusteigen” (“veja”-Magazin) – zum Beispiel das Essen. Eine “Veja”-Beilage hat sich diesmal mit Gastronomie-Perlen in Rios von der Befriedungspolizei UPP besetzten Favelas befasst.

Veja (Foto: BuzzingCities)

Aktuelles Veja-Spezial: Delikatessen aus der Favela (Foto: BuzzingCities)

Wir ziehen in Kürze mit unseren persönlichen Highlights aus der Rocinha nach. Was süchtig macht und immer geht: Frische “Cocadas”, pappige Riegel aus geraspelter Kokosnuss, denen je nach Farbe verschiedene Zusätze wie Maracuja beigesetzt sind, und die an Straßenständen am unteren Eingang der Rocinha verkauft werden. Cocadas kommen ursprünglich aus dem Nordosten Brasiliens – ebenso wie viele Bewohner der Favela Rocinha.

Cocada (Foto: BuzzingCities)

Made in Brazil: Cocadas aus der Favela Rocinha (Foto: BuzzingCities)

Cidade de Deus – 10 Jahre später

Der Film “Cidade de Deus” (City of God) hat die Favelas von Rio de Janeiro weltberühmt gemacht – und die Laienschauspieler aus den Favelas zu kleinen Stars. Der Dokumentarfilm “Cidade de Deus – 10 anos depois” ergründet jetzt, wie sich ihr Leben nach dem unverhofften Ruhm weiterentwickelt hat.

Cidade de Deus

Fast 200 (Laien-)Schauspieler aus verschiedenen Favelas von Rio de Janeiro haben in dem 2002 erschienenen “Cidade de Deus” mitgewirkt. Fast 20 von ihnen haben die Filmemacher Cavi Borges und Luciano Vidigal nun für den Dokumentarfilm “Cidade de Deus – 10 anos depois befragt, wie es nach der Chance ihres Lebens weitergegangen ist. Manche konnten mit weiteren Filmen oder einer musikalischen Karriere an den Erfolg anknüpfen – andere nicht. Filmemacher Cavi Borges sagt in einem Interview:

“The film opened new possibilities in their lives, each one chose one pathway to go. We realized that only the ones who had family support could continue as actors and greatly benefit from the film. The others didn’t make good choices.”