Lula lacht die Krise weg

Brasilien steckt in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Das Land steht vor einem Sturz der Präsidentin. Und dennoch redet Ex-Präsident Luiz Inacio da Silva in Berlin die brasilianische Krise herunter und wirft der Opposition eine Kriminalisierung der Regierungspartei PT vor.

Brasiliens Inflationsrate ist auf einem Rekordhoch, Jobs gehen verloren, die Wachstumsprognosen sind negativ. Hat Brasilien nicht schon länger missgewirtschaftet, sich zu sehr auf den Binnenmarkt konzentriert und auf den Verkauf von Rohstoffen gesetzt? Also, sagt Lula da Silva, holt einen Zettel hervor und liest vor, mit welchen Produkten Brasilien Exportmeister ist: Zucker, Kaffee, Orangensaft, Fleisch. Kritik an der Krise lässt er abperlen oder anders, er erlaubt sich den einen oder anderen Scherz. Diese werden wohlwollend von den Besuchern aufgenommen.

Ex-Präsident Lula Inacio da Silva in Berlin (Foto: Julia Jaroschewski)

Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva in Berlin (Foto: Julia Jaroschewski)

Luiz Inacio da Silva, Lula, sitzt in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin und soll über die Herausforderungen in der Entwicklung Brasiliens reden. Er hat ein leichtes Spiel. Die Gäste, viele Brasilianer, sind Anhänger des ehemaligen Präsidenten. Sie lachen, klatschen und unterstützen politische Kommentare, indem sie “Fora Cunha” in den Raum rufen. Dies geht in Richtung Eduardo Cunha, den Vorsitzenden des brasiliansichen Unterhauses und Initiator des Amtsenthebungsverfahren gegen die regierende Präsidentin Dilma Rousseff.

Anhänger der Präsidentin Dilma Rousseff in Berlin (Foto: Julia Jaroschewski)

Anhänger der Präsidentin Dilma Rousseff in Berlin (Foto: Julia Jaroschewski)

Brasilien steckt in einer ernsthaften politischen Krise

Cunha hatte Anfang Dezember das sogenannte Impeachmentverfahren gegen die Präsidentin angestoßen, das dazu führen könnte, dass Rousseff ihr Amt als Regierunsgoberhaupt verliert. Dabei steht Cunha selbst vor dem politischen Fall, denn auch er hat seine Finger im Korruptionsskandal um den Energieriesen Petrobras im Spiel und muss sich wegen aufgedeckter Schwarzgeldkonten in der Schweiz rechtfertigen. Doch viele Brasilianer sagen, Cunha wolle, wenn er denn gehen muss, gleich die Präsidentin mitnehmen. Brasilien ist momentan großer Schauplatz politischer Intrigen und Machtspiele. Continue reading