Rocinha unter Wasser

Starke Regenfälle fluten erneut die Favelas von Rio de Janeiro. In der Favela Rocinha flossen Sturzbäche die Straßen herunter, teilweise stand das Wasser mehr als einen Meter hoch. Morgen wird die Bilanz wieder übel aussehen: überschwemmte Wohnungen, Müll und Schlamm überall. Zwei Hunde haben sich auf ein Motorrad gerettet und warten auf bessere Zeiten.

Und der Tag danach…

Aufräumarbeiten in der Rocinha (Screenshot: Viva Rocinha)

Aufräumarbeiten in der Rocinha (Screenshot: Viva Rocinha)

Geflutete Favelas

Manche hatten gerade ihre Häuser von den Wasserschäden des letzten Gewitters in Rio befreit, als starker Regen heute erneut Teile von Rio flutete. Straßen wie die Avenida Brasil und Häuser standen unter Wasser, im Bundesstaat Rio de Janeiro mussten etwa 2000 Menschen ihre Häuser verlassen, drei Menschen kamen ums Leben.

In 49 besonders von Regen und dem Abrutschen von Häusern gefährdeten Favelas war der Ausnahmezustand ausgerufen worden, in zahlreichen Favelas lief das Wasser in die Häuser hinein, einige Familie haben ihre Einrichtungen, manche sogar ihre Häuser verloren. In den sozialen Netzwerken rufen Favelabewohner jetzt zur Hilfe und zu Spenden für die Betroffenen auf.

Fluthilfe per Internet (Screenshot Facebook)

Fluthilfe per Internet (Screenshot Facebook)

 

Favelas online: Beschwerden über Stromausfälle

Es donnert, blitzt und stürmt, der Regen wütet. Straßen und Wege überfluten, das Wasser läuft auch in Häuser hinein. In vielen Favelas in Rio de Janeiro ist der Strom ausgefallen – in den sozialen Netzwerken hallen der Ärger und die Beschwerden der Favelabewohner wieder.

“Es ist, als würde die Welt untergehen. Kein Fernsehen, kein Internet, jetzt gibt es auch kein Licht mehr”, schreibt Alexandre Correa aus dem Complexo do Alemão. Thiago Firmino twittert, dass in der ganzen Favela Santa Marta (Dona Marta) im Stadtteil Botafogo die Lichter ausgegangen sind, alles dunkel sei. Außerdem seien zwei Kinder und eine Erwachsene in der Mini-Seilbahn in der Favela gefangen – ganz schön gruselig die Vorstellung, dort jetzt am steilen Berg zu hängen.

An den Bürgermeister twittern

Thiago Firmino hat sofort an den Energiekonzern Light, den Bürgermeister Eduardo Paes, den Gouverneur von Rio, Sérgio Cabral, an das Medien-Imperium O Globo und eine Favela-Onlineplattform getwittert, was in der Santa Marta passiert. Mit den sozialen Medien wie Twitter gelingt es, sichtbar zu machen, was in den Favelas passiert – und Druck aufzubauen, das Problem zu lösen.

Kundenservice auf Twitter (Screenshot)

Kundenservice auf Twitter (Screenshot)

Die Stromfirma Light hat alle Hände zu tun – auf dem Twitter-Account des Kundenservice treffen ständig neue Meldungen ein.

Light: Zahlreiche Beschwerden per Twitter (Screenshot)

Light: Zahlreiche Beschwerden per Twitter (Screenshot)

Nicht nur bei gewitterbedingten Stromausfällen wenden sich viele Favelabewohner inzwischen per Twitter an das Unternehmen. Sie teilen auch Fotos von erhöhten Stromrechnungen per Facebook, vergleichen untereinander die Höhe ihrer monatlichen Abrechnungen, die manchmal willkürlich festgelegt erscheint, und beschweren sich dann öffentlich beim Konzern – oft per Twitter.