Livestreaming bei Räumung: Favelareporter festgenommen

Die beiden Favelareporter Rene Silva, Chefredakteur der Favela-Plattform “Voz da Comunidade”, und Renato Moura, Fotograf, sind bei einer Räumung festgenommen worden. Die beiden hatten mit Livestreaming berichtet. 

Räumung der Favela

In der Favelinha da Skol im Complexo do Alemão im Norden von Rio hatten Bewohner versucht, eine bereits geräumte Siedlung neu zu besetzen – aus Unzufriedenheit darüber, dass die Regierung das Versprechen auf neuen Wohnraum seit Jahren nicht eingelöst hatte. Bei der erneuten Räumung durch die Polizei gingen die Polizisten offenbar auch mit Pfefferspray gegen die Favelabewohner vor.

Die beiden Favelareporter Rene Silva und Renato Moura interviewten die Anwohner – und streamten und filmten mit ihren Smartphones. Sie wurden von der Polizei aufgefordert aufzuhören und das Gelände zu verlassen. Als sie sich weigerten, wurden sie von den Polizisten festgenommen, ihren wurde Widerstand gegen die Beamten vorgeworfen.

Während Rene Silva bereits von einem Polizisten festgehalten wurde, sprühte ihm ein zweiter Polizist Pfefferspray ins Gesicht, sagt er. “Wir hätten nicht gedacht, dass das passieren könnte.” Inzwischen wurden die beiden wieder freigelassen.

RIO HARDCORE: 24 Hrs live from Rio 2016

RIO HARDCORE: 24 Hours live from Rio 2016 – Live from the Olympics, the Protests, Rio`s Favelas & Beaches, The Outskirts. A lot of Rio Voices. What moves Rio? What stays from the Olympics? What will happen after the Games?

A journey across Rio de Janeiro, on the Final Day of the Olympics. Follow @_jaroschewski on Periscope, come with us – and send us your own Video message from Rio for a crowdsourced mosaic of Rio 2016.

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Olympia-Countdown in Rio de Janeiro: Wir begleiten die letzten Stunden des sportlichen Megaevents live und streamen 24 Stunden lang von Sportschauplätzen, abseits der Stadien, aus Rios Favelas und von anderen Orten — und interviewen Cariocas, Touristen, Experten und Sportler, was sie bewegt hat in den vergangenen Wochen, was sich verändert hat durch die Megaevents und was nach Olympia 2016 kommt. Schickt uns eure Videos, wenn ihr in Rio de Janeiro seid – für ein Crowdsourcing-Mosaik über die Olympischen Spiele.

Rio 2016 on Periscope: Live aus dem Complexo do Alemão

Proteste Complexo do Alemão (Credit: Julia Jaroschewski)

Proteste Complexo do Alemão (Credit: Julia Jaroschewski)

Seilbahn im Complexo do Alemão (Credits: BuzzingCities)

Complexo do Alemão (Credits: Julia Jaroschewski/BuzzingCities Lab)

Disziplin: Schießen. Ziele: Autos, Häuser, Stromkasten. Im Complexo do Alemão im Norden von Rio ist die Olympiazeit von Konflikten und Gewalt geprägt. Jeden Tag kommt es zu Konflikten zwischen Gangs und Sicherheitskräften, mehrere Menschen sind in den vergangenen Tagen angeschossen worden. Wir streamen heute live aus dem Complexo. FF on Periscope.

Sicherheit Rio 2016: Schuss schlägt in Olympia-Reitsportzentrum ein

Querschläger aus Rios Favelas (Foto: Julia Jaroschewski/BuzzingCities)

Querschläger aus Rios Favelas (Foto: Julia Jaroschewski/BuzzingCities)

Brasilianischer Drogenkrieg trifft auf Olympische Spiele: Das Pressezentrum der Reitarena in Deodoro wurde von einem Querschläger getroffen – Journalisten fanden die Kugel.

Währenddessen hatten die Proben für Reitwettbewerbe bereits angefangen, niemand wurde verletzt. Auch aufgrund der aktuellen Terrorwarnung war die Aufregung aber groß. Verteidigungsminister Raul Jungmann war vor Ort, um die Spurensicherung und Ermittlung zu verfolgen – auch weil das Olympische Reitsportgelände auf Militärgelände liegt, der Militärreitschule.

Mário Andrada, dem Olympia-Sprecher zufolge, war der Schuss aber nicht gegen Olympia gerichtet und auch keine gezielte Attacke: „Es gibt kein Risiko.“

In Deodoro finden zwar auch Sportschießwettbewerbe statt, die Kugel stammte aber offenbar aus einer der nahegelegenen Favelas: Der Sportkomplex in Deodoro befindet sich nur 2,5 Kilometer von der Favela „Minha Deusa“, in der gegen 13 Uhr heftige Schießereien stattfanden.

In den Favelas von Rio de Janeiro treffen Querschläger immer wieder in Häuserwände ein oder durchschlagen sie, zahlreiche Menschen wurden in der Vergangenheit bei Auseinandersetzungen zwischen Drogengangs oder Gang und Polizei von Querschlägern getötet.

Rocinha/São Conrado: Streit um den Namen der Metro-Station

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Pünktlich zu den Olympischen Spielen soll auch die neue Metrostation direkt an Rios größter Favela Rocinha fertiggebaut werden — die unter anderem den Zehntausenden Arbeitern und Angestellten aus der Rocinha den Arbeitsweg erleichtern wird und den Bewohnern der umliegenden Viertel eine Alternative zu den überfüllten, durch Staus behinderten Bussen bietet.

Die Station liegt direkt zwischen einem der Eingänge der Favela Rocinha und dem an die Rocinha anschließenden Stadtviertel São Conrado, einem der reichsten Viertel der Stadt. Der Name der neuen Metrostation: São Conrado.

Mit einer ePetition fordern Initiatoren jetzt, dass die Station den Namen beider Viertel tragen soll: Rocinha/São Conrado. Der Name der Station ist mehr als nur ein Name, er ist ein Symbol: für die Repräsentation beider Gesichter von Rio de Janeiro, Reich und Arm. „Wir arbeiten für eine integrierte Stadt und wir finden, dass die Anerkennung von Namen und historischen Gebieten zentrale kulturelle Fundamente sind, um dieses Ziel zu erreichen – deswegen fordern wir, dass die Metrostation Rocinha/São Conrado heißen soll“, so die Initiatoren der Petition.