Favela Housing: “My Home in the Favela”

With her project “My Home in the Favela” Israeli architect Oshrit Reis documents homes in Favela Rocinha – among them the growing guest house of Camila and her family.

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Historic Rocinha Favela

Historic Rocinha Favela

Camila's Home | late 90

Camila’s Home | late 90

Camila's Home | kitchen | 2006-2015

Camila’s Home | kitchen | 2006-2015

Camila's Home | renovation of 2015

Camila’s Home | renovation of 2015

Camila's Home | Hostel kitchen and rooftop | 2017

Camila’s Home | Hostel kitchen and rooftop | 2017

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For more about favela architecture check the website of Oshrit Reis

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Racial Profiling in Rio: Olympiasiegerin für Kriminelle gehalten

Als die Judo-Kämpferin Rafaela Silva bei den Olympischen Spielen für Brasilien Gold gewann, setzte sie auch ein Zeichen gegen den Rassismus in Brasilien. Doch selbst eine Goldmedaille hilft im Alltag nicht. 

Twitter Screenshot Rafaela Silva

Als junge, schwarze Frau, die aus der Cidade de Deus (City of God) in Rio de Janeiro kommt, einer der berüchtigten Favelas der Stadt, war Rafaela Silvas Sieg bei Olympia auch eine Goldmedaille für alle benachteiligten Bewohner der ungleichen Stadt. Sie wurde zum Symbol dafür, dass jemand, der kaum Chancen hatte, durch harte Arbeit den Aufstieg schafft.

Doch auch die Athletin ist im Alltag von Rassismus und Racial Profiling durch die Sicherheitskräfte betroffen – Polizisten behandelten sie wie eine Kriminelle und kontrollierten sie, als sie mit einem Taxi nach Hause fahren wollte. “Es geschah mitten auf der Avenida Brasil und alle sahen zu, und dachten, die Polizei hätte einen Banditen geschnappt, dabei war es nur ich, die nach Hause wollte”, schreibt sie auf Twitter, wo sie die Kontrolle ausführlich beschrieben hat.

Auch in der Cidade de Deus (City of God) selbst ist das Erbe von Olympia längst zerbröckelt – der Drogenkrieg tobt, die Siedlung wird vom Staat vernachlässigt und es sind vor allem Favelabewohner selbst, die nach Alternativen abseits der Gewalt suchen (Video).

 

Brutales Vorgehen der Polizei: Mädchen schämt sich für entstelltes Gesicht

Brasiliens Polizei ist eine der brutalsten weltweit und schreckt bei Protesten nicht vor Gewalt zurück. Bei einem Räumungseinsatz schossen Sicherheitskräfte einer 14-Jährigen aus anderthalb Metern Entfernung mit Gummigkugeln ins Gesicht – das Mädchen verlor sechs Zähne und musste operiert werden.

Bei dem Einsatz in Minas Gerais hatte eine Gruppe von Anwohnern, Aktivisten und Menschenrechtlern gegen die Räumung eines besetzten Gebietes protestiert. Zahlreiche Familien der linken Bewegung “Movimento de Luta nos Bairros, Vilas e Favelas” hatten die Gegend Tage zuvor für sich eingenommen und dort ihre Zelte aufgebaut.

Polizei schießt Mädchen mit Gummikugeln ins Gesicht (Screenshot Video MLB auf facebook)

Polizei schießt Mädchen mit Gummikugeln ins Gesicht (Screenshot Video MLB auf facebook)

Ein Video zeigt: Menschenrechtler sprechen sich am Tag der Räumung gegen das gewaltsame Vorgehen der Polizei aus und bitten um Verständnis und Rücksicht. Doch die Sicherheitskräfte rücken in die besetzen Häuser und Zelte vor. Weil die anwesenden Menschen weiter protestieren, greifen die Polizisten zu härteren Maßnahmen, schlagen und schießen mit Gummigeschossen auf die Gruppe.

Das 14-jährige Mädchen Gabriela wird aus nur anderthalb Metern getroffen. Sie hatte lautstark gegen die Räumung protestiert. “Ich schäme mich für mein entstelltes Gesicht”, sagt sie der Folha de São Paulo. Doch sie sei auch froh, denn hätte die Kugel sie weiter oben getroffen, wäre sie blind, weiter unten, vielleicht tot. Gabriela lebt selbst in einer besetzten Siedlung und engagiert sich seit langem für die Belange der Menschen ohne festen Wohnsitz.

"Ich schäme mich für mein Aussehen", sagt das Mädchen (Screenshot Folha de São Paulo)

“Ich schäme mich für mein Aussehen”, sagt das Mädchen (Screenshot Folha de São Paulo)

Die Polizei geht bei den Räumungen oftmals brutal und gewalttätig vor – in diesem Fall lautet das Statement der Polizei, Gabriela hätte mit Steinen geworfen und sei daraufhin bei dem notwendigem Einsatz verletzt worden.

Politchaos Rio 2016: Proteste gegen Impeachment

Nach Olympia folgt das Polit-Chaos: Rio de Janeiro befindet sich mitten im Wahlkampf, Politiker touren durch Rios Favelas – und auf Bundesebene kämpft Dilma Rousseff um ihr politisches Erbe und gegen ihre Amtsenthebung.

Rousseffs Verteidigung im Senat heute war ein Kreuzverhör mit 48 Senatoren und ein fast dreizehnstündiger Marathon, emotional aufgeladen und mit historischen Vergleichen gespickt. Das aktuelle Amtsenthebungsverfahren verglich Rousseff mit dem Staatsstreich, der Brasilien 1964 in die Militärdiktatur führte.

Protest gegen das Impeachment von Dilma Rousseff in Rio im August 2016 (credit: BuzzingCities)

Protest gegen das Impeachment von Dilma Rousseff in Rio im August 2016 (credit: BuzzingCities)

Protest gegen das Impeachment von Dilma Rousseff in Rio im August 2016 (credit: BuzzingCities)

Protest gegen das Impeachment von Dilma Rousseff in Rio im August 2016 (credit: BuzzingCities)

Bei ihrer Verteidigungsrede im Senat heute sagte sie, sie habe keine Verbrechen begangen – sondern gegen Korruption und Interessen gekämpft und dafür einen hohen Preis gezahlt. Die Gesellschaft ist gespalten: In Rio de Janeiro und in anderen Städten haben Brasilianer heute gegen das Impeachment-Verfahren demonstriert, andere stellten sich auf die Seite des Übergangspräsidenten Temer.

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Schießereien in der Rocinha verunsichern Anwohner der Reichenviertel

Heftige Schießereien in der Favela Rocinha haben Studenten der naheliegenden Privat-Uni PUC erschrocken. Die Studenten wurden angewiesen, in der Universität zu bleiben. Die Schießereien waren in vielen Teilen der Favela zu hören.

Ein führendes Mitglied der lokalen Anwohnervereinigung des wohlhabenden Viertels Leblon meldete sich daraufhin in den Medien zu Wort: Es sei erschreckend, wieviele Schüsse sie in Leblon von ihrem Haus aus hören müsse.

Nur: Wieviele Schießereien hören die Bewohner der Rocinha immer wieder und müssen diese auch durchleben? Was für die Bewohner der Reichenviertel vielleicht eine Lärmbelästigung ist, bedeutet für die Favelabewohner lebensgefährlichen Alltag. In sozialen Netzwerken wie Facebook äußerten Bewohner der Favela Rocinha ihren Ärger.

5 Jahre Besetzung des Complexo do Alemão

Zum fünften Mal jährt sich der Tag der Besetzung im Complexo do Alemão und noch nie zuvor war die Beziehung von Polizei und Anwohnern so vergiftet wie jetzt.

3000 Soldaten in Panzern, zu Boden, in Hubschraubern, begleitet von den Scharfschützen der Elitetruppe Bope stürmten vor genau fünf Jahren die Favelas im Complexo do Alemão – es wurde ein Wendepunkt in der Geschichte der Favelasiedlung. Ein Wendepunkt, von dem die meisten mittlerweile wünschten, er wäre nie geschehen.

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Screenshot Facebook Aktivist Raull S.

Die Folgen der Besetzung der Favelas durch Militär und Polizei vor exakt fünf Jahren sind nicht wie erwartet positiv – im Gegenteil, Bewohner und Drogenbanden kämpfen für den Abzug der Truppen. Die Situation ist so zugespitzt, dass selbst die Mehrheit der stationierten Polizisten für einen Rückzug ist.

Proteste Complexo do Alemão (Credit: Julia Jaroschewski)

Proteste Complexo do Alemão (Credit: Julia Jaroschewski)

Die Besetzung machte Rene Silva bekannt – er und das Team der Voz da Comunidade waren die ersten, die live von der Besetzung berichteten. Groß war der Wunsch nach einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Tausenden Bewohner in Rios Nordzone: Man hoffte auf Jobs, steigende Gehälter, besssere Gesundheitsversorgung und vor allem mehr Sicherheit.

Doch die Phase der Hoffnung auf große Veränderungen in den Armenvierteln legte sich relativ schnell. Continue reading