Im neuen WIRED Magazin: Die Zeugen der Gewalt

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Smartphones und soziale Netzwerke sind die digitalen Waffen der jungen Favelageneration: Sie machen positive Trends, aber auch die Gewalt sichtbar — und kämpfen gegen den Machtmissbrauch der Polizei an. Das Team der “Voz da Comunidade” aus dem Complexo do Alemão setzt sich seit einer Dekade für den Wandel im Complexo ein, einem der gefährlichsten Favelagebiete Rio de Janeiros.

Die neue WIRED Germany erzählt in einer Reportage vom Kampf der “Voz” gegen die Gewalt – Julia hat den Text geschrieben, Bruno Itan aus dem Complexo do Alemão fotografiert. Hier ein First Look (Auszug):

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Passend zum Jubiläum: Die “Voz da Comunidade”, die Rene Silva mit elf Jahren gegründet hat, feiert gerade ihren zehnten Geburtstag. Als wir Rene vor ein paar Jahren zum ersten Mal interviewt haben, war er noch ein schüchterner Junge, heute tritt er selbstbewusst für seine Favela ein. Chapeau!

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WAZ-Interview: Nach der WM ist vor Olympia

Genau in einem Jahr wird Rio de Janeiro zum Schauplatz der Olympischen Spiele. In der WAZ haben wir Bilanz gezogen, wie die Situation in Rios Favelas heute aussieht – ein Interview über die Strategie der Befriedungspolizei UPP, die zu neuen Konflikten führt, das Erbe der WM und den Alltag in der Favela.

 

Netzwerk Recherche Jahreskonferenz 2015: Sicherheit und Favelas

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Investigativjournalismus, sichere Kommunikation, Datenanalyse und internationale Zusammenarbeit: Auch bei der Jahreskonferenz 2015 des investigativen Journalistenvereins Netzwerk Recherche beim NDR in Hamburg waren wir wieder Teil des vielfältigen Programms.

In unserem Talk “Riskanter Job – Journalistinnen in Rios Favelas” haben wir über unserere Erfahungen als Favela-Reporterinnen berichtet, über die Öffentliche Sicherheit in Rio und die Polizeistrategie, unsere aktuellen Projekte und wie sich Risiken bei der journalistischen Arbeit in den Favelas zumindest vermindern lassen.

“Eine Bilanz nach der WM, vor Olympia: Wie hat sich die Sicherheitslage in Rios Favelas in den vergangenen Jahren verändert? Welche journalistischen Herausforderungen bringt die Arbeit in Favelas mit sich? Und welche Rolle spielt Social Media für die Sicherheit?”

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Teilweise wurden Sessions der Konferenz in Text und Videos festgehalten.

Journalistenpreis “Weltbevölkerung” 2015

Gestern wurden die drei GewinnerInnen des Journalistenpreises “Weltbevölkerung” 2015 der Stiftung Weltbevölkerung bekannt gegeben – Julia ist eine davon. Sie hat die Kluft zwischen Mosambiks positiven wirtschaftlichen Aussichten und der gravierenden HIV-/AIDS-Problematik recherchiert, aber auch Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Dafür war sie unter anderem in den Armenvierteln der mosambikanischen Hafenstadt Beira unterwegs, in denen Lebensumstände und Gesundheitsversorgung besonders katastrophal sind – hat aber auch Betroffene, Polizisten, Aktivisten und Ärzte interviewt, die sich in Mosambik engagieren. Und in der Hauptstadt Maputo hat sie junge Blogger interviewt, die Aufklärung moderner gestalten möchten.10606533_10153429688683615_4466964133063990360_n 10173720_708434105952625_4921853535577312129_n

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re:publica 2015: City of the Future

Die re:publica ist den letzten Jahren zu einer der größten Digitalkonferenzen Europas herangewachsen, auch der Anteil der außer-europäischen Speaker, Gäste und Themen ist gestiegen. Perspektiven auf Digitalisierung, Tech-Business, Überwachung, aber auch Aspekte wie Stadtentwicklung sind endlich globaler geworden als zu Beginn der deutschen Digitalisierung, in der die re:publica noch das Klassentreffen der deutschen Blogger und Tech-Experten war.

Bei der re:publica 2015 vom 5. bis zum 7. Mai in Berlin haben internationale Netzaktivisten aktuelle Trends diskutiert, Bloggerinnen aus verschiedenen afrikanischen Ländern von ihren Erfahrungen erzählt, im Maker-Space haben sich Bastler aus Lateinamerika und Afrika ausgetauscht und Experten wie der Architekt Alfredo Brillembourg haben etwa in ihren Talks vermittelt, wie informelle Siedlungen und Communities sinnvoller in architektonische Planungen miteinbezogen werden können.

Wir haben bei der Subkonferenz “City of the Future” über die Situation in Rios Favelas nach der WM und vor Olympia und die Digitalisierung der Favelas gesprochen – und wie Social Media Gewalt sichtbarer macht, aber auch mehr Sicherheit gewährleisten kann.

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Vortrag bei der rp15

Vortrag bei der rp15

Die Favela filmt zurück (Screenshot rp15-Talk)

Die Favela filmt zurück (Screenshot rp15-Talk)

Spannend waren auch einige auf der Subkonferenz diskutierte Parallelen zu deutschen Hochhaussiedlungen wie dem Ihme-Zentrum in Hannover, die wie die Favelas mit ihrem schlechten Ruf kämpfen und gleichzeitig Labore für urbanen Wandel sind – und auch die Diskussionen, wie sich Erkennnisse aus Rios Favelas etwa auf politische Partizipation in Deutschland übertragen lassen könnten.

Eine richtig gute und eine verdammt schlechte Nachricht

Die richtig gute zuerst: Für unsere Live-Berichterstattung aus den Favelas von Rio de Janeiro vor, während und nach der WM sind wir mit dem Meduc-Award für junge Kreative ausgezeichnet worden, mit dem 1. Preis der Kategorie Multimedia. Yeah!

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Und nun die schlechte.

Leider ist das Start-Up, bei dem wir unsere Multi-Media-Plattform BuzzingCities gehostet hatten, pleite gegangen: Jux. In den vergangenen Monaten hatte das Betreuerteam nochmals gewechselt – doch die Hoffnung, das CMS für tolle Multimedia-Pieces in ein gewinnbringendes Geschäftsmodell zu verwandeln, ist offenbar gescheitert. Für uns bedeutet das: Stunden und Monate voller Arbeit goodbye. Jetzt müssen wir uns gerade nach einer anderen Lösung umsehen und dann nochmals von vorne beginnen. Danke trotzdem, Jux: Du hast immer toll ausgesehen (wenn du nicht gerade Bugs hattest). Und wer einen guten Alternativvorschlag hat: Wir freuen uns.

Es war einmal (Screenshot BuzzingCities.net)

Es war einmal (Screenshot BuzzingCities.net)