O Globo öffnet sich Favela-Stimmen

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Während sich Reporter des brasilianischen Medienkonzerns O Globo lange nur mit Schusswesten in die Favelas getraut haben und aus der Vogelperspektive über das Geschehen berichteten, engagiert der Konzern zunehmend junge Kolumnisten, Reporter und Fotografen, die selbst aus den Favelas stammen.

Eine clevere Strategie: Denn damit erschließt sich der Medienkonzern einerseits einen Zugang zu Gesprächspartnern und Themen, der den eigenen Reportern verwehrt bleiben würde, und sichert sich Sympathien bei Favelabewohnern, potentiell ein Millionenpublikum. Gleichzeitig kauft sich der Konzern mit den junge Multiplikatoren aus den Favelas auch die als Mitarbeiter ein, die sonst zu den größten Kritikern des umstrittenen Medienunternehmens zählen würden. Denn der Riesenkonzern ist in den Favelas zwar bekannt, wird aber als Repräsentant des Establishments betrachtet.

Ana Paula ist eine der jungen Favela-Stimmen, die im Wechsel mit einer Schauspielerin ab sofort einmal wöchentlich eine Kolumne für O Globo schreiben wird. Sie wohnt im Complexo da Maré, arbeitet bei der Agência de Redes para Juventude, einem Inkubator für Projekte von Jugendlichen aus Favelas, studiert Literatur und ist Aktivistin, Schriftstellerin und Poetin.

Als Favelabewohnerin, als schwarze Brasilianerin und als Frau sorgt sie damit für mehr Vielfalt bei O Globo. In ihrer Kolumne will sie aber nicht darüber schreiben — sondern einfach ihre eigene Perspektive auf gesellschaftliche Ereignisse in Brasilien, aber auch international einbringen.

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