Countdown: Ein Jahr vor Olympia – die größten Herausforderungen

Favelabeat (Foto: BuzzingCities)

Countdown (Foto: BuzzingCities)

Sicherheitsprobleme, Baustellen, verschmutztes Wasser und Unzufriedenheit: Rio de Janeiro, ein Jahr vor den Olympischen Spielen.

# Favelas und Öffentliche Sicherheit

200 der mehr als 1000 Favelas von Rio de Janeiro sind von der Polizei besetzt. Die Macht der Drogengangs konnte der Staat auch durch ständige Polizeipräsenz nicht brechen, höchstens eindämmen – doch in manchen Favelas erobern die Gangs gerade ihre Gebiete zurück. Neue Konflikte zwischen Polizei und Gangs verwandeln Favelasiedlungen wie die Rocinha oder das Complexo do Alemão in Schauplätze alltäglicher Schießereien. Allein im Complexo wurden in diesem Jahr 35 Menschen bei Schießereien verletzt. Was nach Olympia mit der Befriedungsstrategie der UPP passiert? Ungewiss.

# Baustellen und Immobilienspekulation

Zahlreiche Baustellen sind noch zu bewältigen, die Kosten sind wie schon bei der Fußball-WM explodiert – das 2008 avisierte Budget war bereits im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel überschritten worden. Langfristig denken vor allem Immobilienmogule, die Olympialand in Zukunft in Luxuswohnprojekte verwandeln wollen.

# Kühlschränke und Kloake

Auf den Wettkampfstrecken müssen Segler Sperrmüll umschiffen, die ersten Atlethen kämpfen bereits mit Durchfall und Übelkeit: Rios Gewässer sind auch ein Jahr vor den Olympischen Spielen noch eine Kloake. Vor Olympia 2016 wollte die Regierung die Verschmutzung nachhaltig bekämpfen und die Wasserqualität um 80 Prozent verbessern, doch die Abwasser – auch aus Rio de Janeiros Favelas – fließen weiterhin ungehindert ins Meer. Als „schlimmste Wasserqualität, die wir in unserer Karriere jemals gesehen haben”, bezeichneten Segler den Zustand der Guanabarabucht von Rio de Janeiro.

 #  Unzufriedenheit und Wut

Die Unterstützung der Olymischen Spiele im Land ist noch geringer als bei der Fußball-WM: Denn die positiven Nachwirkungen der Fußball-WM halten viele Brasilianer für gering, oder ungerecht verteilt. Auch die politischen Lager sind nach den letzten Wahlen so gespalten wie nie zuvor, die politische Elite kämpft zudem mit einem Korruptionsskandal um Petrobras. Kleiner Trost für die Politik: Die Spiele finden nur in Rio statt, Hunderttausende im ganzen Land, die gegen die Sportereignisse protestieren wie vor der WM werden diesmal sicher nicht mehr mobilisiert.

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