UPP nimmt Favela-Nachhilfe

Rios Befriedungspolizei UPP steckt in der Krise. Täglich kommt es in den Favelas zu Konfrontationen zwischen Drogenbanden und Polizei – immer wieder sterben dabei Angehörige beider Seiten. Noch dramatischer sind die Opferzahlen auf Seiten der Unbeteiligten: Kinder, Passanten, Anwohner, getroffen durch Querschläger oder erschossen, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Das Ansehen der UPP sinkt immer tiefer, die Glaubwürdigkeit und der Respekt bei der Bevölkerung schwindet mit jedem neuen Toten, mit neuen Foltervorwürfen und dem brutalem Auftreten von Polizisten.

Polizei in der Rocinha (Credit: BuzzingCities)

Polizei in der Rocinha (Credit: BuzzingCities)

Das negative Image der Polizei und das schwierige Verhältnis von Militär und Anwohnern soll sich nun mit Schulungen über die Favelas ändern. UPP-Polizisten sollen mehr über die Favelas lernen – über die Geschichte der Entstehung, die Geographie, die kulturellen Eigenheiten, das, was jede Favela zu ihrem eigenen Mikrokosmos macht.

Mit dieser Maßnahme möchte Robson Rodrigues, Chef der Polizei in Rio, einen neuen Weg des Aufeinanderzugehens von Polizei und Anwohnern fördern. Denn die Integration der UPP in die Gemeinschaft hatte zuletzt fast gar nicht mehr funktioniert. 

UPP steht vor Herausforderung 

Zwar hatte die UPP von Anfang an das Ziel, sozialer als bisherige Sicherheitskräfte auf die Bewohner zuzugehen. Anstatt Gewalt und Angst zu verbreiten, sollten Polizisten unterstützen und schlichten. Doch die Unkenntnis vieler Polizisten von den Armenvierteln und der fehlende Respekt gegenüber den dort lebenden Menschen führte in der Vergangenheit zu einem immer stärker schwelenden Konflikt.

Die Kurse gehören zu einem Versuch des Umbaus der UPP, angestoßen durch den neuen Gouverneur Luiz Fernando Pezão. Die ersten Nachhilfestunden erhalten die Polizisten in einer Favela im Maré. Ingesamt 36 Stunden Weiterbildung stehen auf dem Stundenplan.

Die Leitung der UPP entwickelte das Programm zusammen mit einer NGO aus dem Maré, mit dem Ziel „aus der Stationierung der Sicherheitskräfte mehr als eine Besetzung“ zu machen. Die NGO ist hoffnungsvoll, die Polizei zuversichtlich. Einfach wird die Arbeit in der momentan angespannten Situation nicht.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s