Mögliches WhatsApp-Ende schockiert Brasilien

Wenig hat in Brasilien eine vergleichbare Panik ausgelöst wie die Ankündigung, den Messenger WhatsApp zu blockieren. Zur Freude alternativer Angebote: Konkurrenzprogramme wie „Telegram“ oder „Viber“ boomten mit Millionendownloads.

Bei den kommunikationsfreudigen Brasilianern schlug die Nachricht über die potentielle Schließung des Nachrichtendienstes WhatsApp ein wie eine digitale Bombe. Auf sozialen Netzwerken überschlugen sich Entsetzen, Chaos und die Kommentare, wie man seine Hunderten Kontakte, Nachrichten und Bilder sichern sollte, wie schnell ein solches Verbot eintreten könnte.

WhatsApp vor dem Aus? (Screenshot WhatsApp)

WhatsApp vor dem Aus? (Screenshot WhatsApp)

Grund für dieses digitale Lauffeuer ist die Ankündigung des brasilianischen Richters Luiz de Moura Correia, WhatsApp in Brasilien zu blockieren. Der Richter aus dem Nordosten Brasiliens war mit dem Dienst unzufrieden. Wiederholt hatten die Behörden im Bundesstaat Piauí Kooperation bei Verfahren gegen Kriminelle gefordert. WhatsApp hatte aber auf die Anfragen nicht zufriedenstellend reagiert und das geforderte Beweismaterial nicht zugänglich gemacht. Weil das Unternehmen keinen Sitz in Brasilien habe, sehe es sich nicht dazu verpflichtet, mit der Polizei zu kooperieren, so der Richter.

 Zurück zum “Telegram”

Bei den Nutzern schlug die Panik bald in Humor um: „Telegram“ wurde zum neuen Codewort. Denn der Messenger profitierte von der WhatsApp-Angst: Innerhalb von 24 Stunden stieg der Download des Dienstes in Brasilien auf 2, 5 Millionen. Dieser Boom führte zeitweise zu einem kleinen Kollaps des Systems.

Leichter hatte es „Viber“, ein Nachrichtendienst, der in Brasilien schon zahlreiche Nutzer hat. Er konnte „Telegram“ mit 3,5 Millionen Downloads noch toppen und teilte seine Freude darüber auf twitter: „WhatsApp kann geblockt werden, Telegram hat Probleme mit der Sicherheit. Nutze Viber….“

Viber freute sich Twitter (Screenshot von twitter)

Viber freute sich auf Twitter (Screenshot von twitter)

 

In den Favelas sind Messenger ein wichtiges Kommunikationsmedium: Über sie werden nicht nur Nachrichten geteilt, sondern Hilfe mobilisiert, Informationen über Schießereien weitergegeben oder Gruppentreffen organisiert. Auch deshalb war der Austausch über die neuen Programme bei den Favela-Bewohnern das wichtigste Thema der vergangenen Stunden.

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