Proteste in São Paulo: Randale nach WM-Spiel

In São Paulo haben Protestierende die Scheiben eines Autohauses eingeschlagen, Luxusautos mit Baseballschlägern und Feuerlöschern demoliert und damit wieder medienwirksame Fotos produziert – auf vielen Bildern, die in den Medien und sozialen Netzwerken zirkulieren, ist zu sehen, wie eine Meute von Fotografen einen Kreis um einen Randalierer bildet, der gerade ein Auto einschlägt.

Dabei setzen die meisten brasilianischen Proteste gerade nicht auf Gewalt, sondern auf Argumente – und davon gibt es genug. Lehrer und Beamte protestieren für Gehaltserhöhungen, für eine bessere Ausstattung von Schulen, Favelabewohner für ein Abwassersystem oder gegen Polizeigewalt, andere protestieren gezielt gegen FIFA und die Milliardenverschwendung für die WM.

Die Proteste in São Paulo sollten an die erfolgreichen Proteste gegen die Fahrpreiserhöhungen vor einem Jahr erinnern und verliefen anfangs friedlich. Erst als vermummte Randalierer begannen, Gebäude zu demolieren kam es wieder zu Straßenschlachtszenen, auch die Polizei setzte wieder Tränengas ein.

Immer wieder kommt es zu Protesten in ganz Brasilien, doch die Demos sind kleiner und fragmentierter geworden, sie ziehen nicht mehr viele Tausende Menschen an wie bei den Sozialprotesten vor einem Jahr. In São Paulo sollen es heute etwa 1300 bis 2000 gewesen sein, die auf die Straße gingen.

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