Marcello Mendes: Hoch hinaus

Eine Begegnung mit einem Weltmeister aus der Favela Rocinha, der eine tragische Geschichte hat

Live aus der Favela #6: Der Fußballkopfkickweltmeister from Buzzing Cities on Vimeo.

Heute sind wir einem der Promis der Favela Rocinha begegnet. Er wollte uns unbedingt ein Autogramm geben – ohne, dass wir wussten, wer er war. In der Favela ist man auch freundlich zu Menschen, die man nicht kennt. Also zusammengeknüllten Notizzettel herausgekramt, Kuli. Und er schreibt darauf: “Für meine Fans, in Liebe. Marcelo.”

Wie er uns nach dieser Gesprächsanbahnung eröffnete, ist Marcelo Mendes Fußballweltmeister, Fußballkopfkickweltmeister genaugenommen. Gewesen. Er kann einen Fußball stundenlang mit dem Kopf in die Luft kicken, notfalls auch zwei. Und das sechs Stunden und zwei Minuten lang. Er fing gleich an, es vorzuführen und hätte auch locker noch ein paar Stunden durchgehalten – wir leider nicht.

Tanz mit dem Ball

Wir haben in der Vergangenheit zwar ehrgeizig trainiert, um unsere Futevólei-Kenntnisse zu erweitern, und den Ball wie alle Brasilianer am Strand wenigstens ein paar Mal mit Kopf oder Körper in die Höhe zu kicken – aber Zuschauen ist dann doch langweiliger, als es selbst zu tun.

Marcelo ist trotzdem freundlich geblieben und hat uns den Trick verraten, wie sich eine Halsstarre vermeiden lässt: er schaukelt die ganze Zeit mit dem Oberkörper hin- und her, als würde er tanzen.

Mit seinen Fähigkeiten hat Marcelo es sogar bis ins Guiness Buch der Rekorde geschafft – der Erfolg seines Lebens. Allerdings wurde er aufgrund eines Fehlers aus dem Buch gestrichen, obwohl er eigentlich noch Rekordhalter war. Seitdem versucht er die Welt aufzuklären, dass er immer noch der rechtmäßige Fußballkopfkickweltmeister ist und trägt ein T-Shirt mit einem Foto von sich und genauen Angaben zu seinen Rekorden. Wir drücken ihm die Daumen, dass es spätestens im kommenden Jahr klappt – immerhin das Jahr der brasilianischen Fußball-WM.

Und hier tritt Marcelo in einem Werbespot der brasilianischen Telekommunikationsfirma TIM auf. So cool ist wohl noch niemand mit dem Fußball durch die Rocinha spaziert:

PS: Wir sind übrigens auch im Guiness Buch der Rekorde, immer noch. Weil wir uns 2012 am höchsten Wasserfall von Lesotho abgeseilt haben, 200 Meter. Ungelogen.

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